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Welches Rad fürs Bikepacking?

Das Fahrrad nehmen, Taschen am Rahmen befestigen und raus in die Natur – Bikepacking heißt der Trend, der sich aktuell wachsender Beliebtheit erfreut. Aber welches Rad eignet sich dafür? Eigentlich immer das, welches man gerade zur Verfügung hat. Aber es gibt dennoch Unterschiede, wie der pressedienst-fahrrad zeigt.

Vorüberlegungen

(pd‑f/tg) Bevor man die ersten Bikepacking-Abenteuer plant, sollte die Überlegung anstehen, welche Art von Strecken man fahren möchte – denn davon hängt die Wahl des Rades ab. Wer mehr Lust auf Trails und ruppiges Gelände hat, greift beispielsweise zum Mountainbike. Wer lieber eine längere Tour fahren möchte und dabei Wert auf Komfort legt, entscheidet sich für ein Trekking- oder Reiserad. Bei sportlichen Fahrer:innen, die viel auf Feld- und Waldwegen unterwegs sind, kann auch ein Gravel-Bike in die Überlegung mit einfließen. In der Summe steht eine große Auswahl an Rädern, die unterschiedliche Charakteristika zeigen und für verschiedene Fahrer:innentypen gemacht sind.

1) Gravel-Bike

Kaum ein anderes Fahrrad ist so stark mit dem Trend des Bikepackings verbunden wie das Gravel-Bike. Die Breitreifenrennräder eignen sich für sportliche Ausfahrten auf unbefestigten Wegen und bieten dabei Platz für die nötige Ausrüstung. Je nach Rad können die Fahrer:innen die sportliche Fahrweise vom Rennrad beibehalten, sind aber nicht mehr nur an Asphaltstrecken gebunden. Sattel- und Rahmentasche finden an den Bikes immer ihren Platz. Für die Befestigung weiterer Taschen bieten sich Ösen und Halterungen beispielsweise an der Gabel, am Oberrohr oder an diversen Stellen am Unterrohr an. Die Taschen sollten gleichmäßig bepackt sein, dann ändert sich auch das Fahrverhalten des Renners kaum. Außerdem können Licht und Schutzbleche bei vielen Modellen optional befestigt werden. Beispiele sind die „Topstone“-Serie von Cannondale (ab 1.249 Euro) oder das „Road Rage Fire Advanced“ von Ghost (2.599 Euro).


2) Mountainbike

Warum eigentlich ein Gravel-Bike kaufen, wenn sich zum Bikepacking doch auch Mountainbikes prima eignen? Dieser Gedanke ist natürlich richtig. Mountainbikes spielen ihre Stärken jedoch eher im ruppigen, steilen Gelände aus, sind im Feldwegterrain der Gravel-Bikes hingegen etwas langsamer unterwegs. Hardtails wie das „Kato“ von Ghost (1.999 Euro) sind für leichte Geländetouren eine gute Wahl. Der Hersteller hat die Rahmen bereits für die Montage von Schutzblechen und Seitenständern vorbereitet, was auf Touren richtig praktisch sein kann. Allerdings gibt es bei Mountainbikes auch ein paar Einschränkungen zu beachten: Aufgrund der Federgabel können nur sehr kleine Fronttaschen (z. B. „Fork-Pack“ von Ortlieb, 49,99 Euro) verwendet werden, die weniger Stauraum bieten. Außerdem ist das Anbringen einer Satteltasche an einer Teleskop-Sattelstütze nicht uneingeschränkt zu empfehlen. Bei vollgefederten Rädern kann es bei kleinen Rahmengrößen zudem passieren, dass die Satteltasche beim Einfedern am Hinterrad schleift.

3) Trekking- bzw. Crossbike

Klar, Trekkingräder verbindet man eher mit dem klassischen Taschen-Sixpack aus Gepäckträger‑, Front- und Lenkertaschen sowie dem dazugehörigen Packsack für die großen Touren. Aber es gibt auch sportliche Crossräder wie das „8X“ von Stevens, das eine Mischung aus Trekking- und Mountainbike ist und darum auf einen Gepäckträger verzichtet. Für Bikepacker:innen, die hauptsächlich auf Feld- und Waldwegen unterwegs sein möchten, aber dabei mehr Augenmerk auf Komfort als auf Geschwindigkeit legen, eine mögliche Option.

4) Reiserad

Reiseräder sind für lange Strecken ausgelegt und deshalb von der Rahmengeometrie oft komfortabler als die sportlichen Gravel- oder Mountainbikes. Für Bikepacker:innen, die lange im Sattel unterwegs sein wollen und womöglich gar eine mehrmonatige Tour planen, eine gute Wahl. Fahrradhersteller Velotraum bietet mit dem „Speedster“ (ab 3.350 Euro) ein derartiges Rad an. Die Laufradgröße liegt wie bei einem Reiserad bei 26 bzw. 27,5 Zoll, Reifenbreiten bis 62 Millimeter sind möglich. Der Rahmen ist so stabil, dass er auch mit mehr Gepäck ausgestattet werden kann. So liegt das Systemgewicht bei 140 Kilogramm bzw. sogar bei 180 Kilogramm beim neuen Stahlrahmen, der ab Herbst voraussichtlich erhältlich sein wird. Räder wie der Speedster sind für Langstrecken-Bikepacker eine gute Wahl, optional lassen sich auch Gepäckträger befestigen.


5) Rennrad

Ein Rennrad ist das Bikepacking-Rad für Minimalist:innen: Sportliche Fahrdynamik steht hier klar im Vordergrund, Befestigungsmöglichkeiten für Gepäck sind von Haus aus eher spärlich. So beschränkt man sich auf das Minimum. Dabei müssen die Touren trotz der dünnen Reifen nicht zwangsläufig nur auf Asphalt gefahren werden: Endurance- bzw. Komfortrennräder mit einer aufrechteren Sitzposition ermöglichen die Aufnahme von Reifenbreiten bis 30 oder 32 Millimeter, durch die komfortables Fahren auf gemäßigten Waldwegen oder schlechten Straßen möglich wird. Am „Synapse Carbon“ von Cannondale (ab 2.799 Euro) sind beispielsweise bereits Halterungen für Schutzbleche vorgesehen, was die Gelände- und Allwettertauglichkeit unterstreicht – beim Bikepacking nicht zu unterschätzen.

6) Faltrad

Mit dem Faltrad zum Bikepacking? Was ungewohnt klingt, ist eine spannende Option: Die Taschen sind während der Fahrt an der Sattelstütze und am Lenker und stören deshalb, anders als Gepäckträgertaschen, bei den kleinen Reifen nicht beim Pedalieren. Der Vorteil der Falter: Zusammengefaltet lassen sie sich in anderen Verkehrsmitteln wie Zug oder Bus platzsparend und problemlos mitnehmen. So können die Strecken variabler gestaltet werden. Räder wie das „Birdy“ von Riese & Müller (ab 2.449 Euro) sind sogar für das Reisen konzipiert: Dank Vollfederung bietet es auch abseits von asphaltierten Wegen Komfort und Kontrolle.

Fazit

Bikepacking-Räder sind so verschieden wie die Menschen, die auf ihnen sitzen. Die große, vielfältige Auswahl ist einerseits ein Vorteil, weil man für den richtigen Einsatzzweck wirklich genau das abgestimmte Rad finden kann. Andererseits ist es auch verwirrend, weil man schnell den Überblick verliert und sich zu viele Gedanken bzgl. des richtigen Rades macht. Am besten fährt man mit der Strategie: Das Rad, das man hat, ist auch das richtige für ein erstes Bikepacking-Abenteuer – und danach kann man weitersehen. Ein weiteres Thema ist die auch im Reisebereich stärker aufkommende E‑Unterstützung: Sie ermöglicht zwar weitere Strecken – auch für Ungeübte – aber bei Übernachtungen in der freien Natur ist das Wiederaufladen des Akkus ein Problem. Das sollte bei der Tourenplanung auf alle Fälle mit einkalkuliert werden. Auch das zulässige Gesamtgewicht spielt eine Rolle: Bei den meisten Bikepacking-Rädern liegt das maximale Gewicht bei 120 bis 140 Kilogramm. Das Gesamtgewicht besteht dabei aus Fahrer:in, Fahrrad und Gepäck. Das höhere Radgewicht eines E‑Bikes bedingt deshalb für geringeren Spielraum bei der Zuladung – gerade, wenn man noch einen Ersatzakku mitführen möchte.

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