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Wer hat die Längste – der seltsame Job des Jakub G.

JAKFISK

JAKFISK

Dass auf St. Pauli viele schräge Vögel unterwegs sind, ist bekannt. Und dass diese den seltsamsten Jobs nachgehen auch. Einer von ihnen ist Jakub Gollasch.
In seiner Wohnung auf St. Pauli kümmert er sich um die Werkzeuge einer Klientel, die sehr eigen ist. Denn immer wieder sieht man zumeist Männer mit Zwei-Meter-Taschen auf der Suche nach dem richtigen Eingang orientierungslos auf der Bernhard-Nocht-Straße stehen. Was sie suchen, sind die heilenden Hände von Jakub, der ihrem Utensil wieder zu Glanz und Schönheit verhelfen soll.

Die Angel ist das neue Auto

Die Rede ist von Anglern und ihren Ruten.  Die hochwertigen Präzisionswerkzeuge für den Fischfang sind den Besitzern genauso wertvoll wie einem Autonarren sein Vehikel. Und da ist jeder Riss im Lack oder eine Unwucht eine Katastrophe.
Aus dem ganzen Bundesgebiet pilgern sie nach St. Pauli, um ihre „Lieblinge“ wieder aufzupeppen. Da es über 100 Rutenarten für jeden Zweck gibt, macht es die Aufgabe so komplex und so reizvoll.

Die eigene Angel ist ein Männertraum

Doch Jakub, der sein Label „Jakfisk“ nennt, repariert nicht nur, er baut auch maßgeschneiderte Ruten aller Art. „Ich bin der Mann der Männerträume wahr macht.“, meint er. „Eine Rute ist ein Statussymbol, es ist die Verlängerung der Männlichkeit, die ins feuchte Nass eintaucht.“
Solche Vergleiche entstammen aus 10 Jahren Erfahrung. Jakub ist immer selber überrascht, mit welchen Kunden er es zu tun hat und welche Assoziationen bei diesen das Angeln hervorruft.
Er selber mag den Sport selber nicht besonders, seine Welt sind die Lacke und Farben, das Holz, der Kunststoff und das Design. „Ich bin Rutenerschaffer, weniger Handwerker“, sagt er selbstbewusst.
„Meine Kunden geben gerne Geld aus, um ihre Custom Handmade Rute zu haben. Sie träumen – ich konstruiere.“  
Bei seinen exklusiven Exponaten, verbaut er Material aus Europa, auch wenn es günstigere Lösungen aus China gibt.

Er ist aber auch ein Männer-Tröster. Wie es Puppenkliniken gibt, wo der abgerissene Arm eines Teddy angenäht wird, kann er Rutenbruch ungeschehen machen und so ein Kinderlächeln in gegerbte Männergesichter zaubern. Dazu hat der „Chirurg“ ein Verfahren entwickelt, dass ihn einzigartig in und sehr gefragt in Deutschland macht.
Besondere Werbung macht er dafür nicht. „Die Leute finden mich über meine Homepage. Und Geld wird eh überschätzt.“  

Eigentlich wollte Jakub Architekt werden, das Studium hatte er schon in der Tasche, aber das Handwerkliche begeisterte ihn mehr und so ist heute ein Unikat in einer beruflichen Nische, die man nicht so auf dem Schirm hat. „Das wichtigste ist zu wissen, was man will und die nächste Rute wird sowieso noch besser.“
Ob es die Lacke oder die Huldigungen waren, die dem „Künstler“ zu Kopf gestiegen sind, ist nicht bekannt.

Bis April 2021 ist Jakfisk übrigens nach eigenen Angaben ausgebucht.

Jakub Gollasch – Rutenbauer