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Hans Wer? Der blonde Hans in den Wechseljahren

Wacker steht sie da, zu jeder Tages- und Nachtzeit – meist umringt von arbeitenden Frauen und grölendem Partyvolk: die Statue des  legendären Hans Albers. Mit seiner Quetschkommode steht er mitten auf dem nach ihm benannten Platz auf einer Möwe und schaut in die Ferne. So wie auch in seinen Filmen. Allerdings. So die Insider, war dieser Blick seinem schlechten Gedächtnis geschuldet, denn er musste seinen Text von etwas entfernt stehenden Tafeln ablesen.

Fragt man die jungen Besucher, ob sie den berühmten Volksschauspieler kennen, folgt Kopfschütteln. Filme wie der „Blaue Engel“ oder „Große Freiheit 7“ gehören nicht mehr zum aktuellen Filmwissen.
Lediglich beim Hinweis, dass er das Lied „Auf der Reeperbahn nachts um halb eins“ gesungen hat, folgt ein nüchternes „Ah ja“. Allerdings hat es Albers nur gesungen. Komponiert und getextet wurde es als Walzer für eine Revue von Ralph Arthur Roberts.
Das berühmte Lied kam vor kurzem wieder ins Gespräch als die Initiative des BID Reeperbahn+ den Sound of St. Pauli ausrief und viele Musiker ihre Version des Liedes in Live-Recordings präsentierten. Ansonsten läuft es in vielen Musikboxen auf dem Kiez noch immer rauf und runter.

Das Denkmal selbst wurde vom Künstler Jörg Immendorff  geschaffen. Es sollte mitten auf St. Pauli stehen, dort wo der berühmte Film „Auf der Reeperbahn nachts um halb eins“ gedreht wurde. Zu der Zeit war Immendorff selbst Kneipenbesitzer (La Paloma) am Platze.

1986 wurde also die bronzene überlebensgroße Hans-Albers-Statue in die Mitte des Platzes gesetzt. Nach einem Disput mit dem Hamburger Senat ließ Immendorff die Skulptur allerdings nach neun Jahren vom Sockel abbauen und nach Düsseldorf transportieren. Dort ließ es sie am Hafen aufstellen .Der Stadt Hamburg war jedoch schnell klar, dass auf den Hans-Albers-Platz die gleichnamige Statue gehört. Die Stadt gab als Immendorff den Auftrag, die Bronzefigur erneut zu gießen. Seit 1999 steht sie als Zweitguss wieder auf ihrem Sockel.

Da der blonde Hans für die jungen Leute kein Idol mehr ist, sondern lediglich eine Statue von einem Seemann, erheitern sich vor allem Junggesellenabschiede daran, die Figur immer mal wieder zu „verschönern“. So passiert es immer wieder, dass die Statue Träger von verschiedensten Kleidungsstücken ist, Schmuck umgehängt, Schilder in die Hand gedrückt, mit Sprayfarben bunt gemacht und mit Eddings getagged wird.
Aktuell trägt einen klassischen Ornatskragen.  Kleiner Hoffnungschimmer. Vielleicht beschäftigt sich man so indirekt mit ihm.