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Kunstbelebung – alte und neue Orte auf St. Pauli

Galerie B - Skulptur

Galerie B - Skulptur

Eines hat die Pandemie gezeigt. Ohne Kunst und Kultur ist das Leben ärmer. Und noch etwas hat sich offenbart, die Kunst findet immer seine Wege. Bedingt durch die Schließungen der Galerien und Museen, mussten die Künstler in den öffentlichen Raum ausweichen.
Die Galerie Popstreet aus dem Karoviertel stellte die Werke von Maaike Dirkx zum Hurenaufstand 2020 in einem Apartment in der Herbertstrasse aus. Die Künstlerin Lili Waterkant konnte sich in einem Schaufenster in der Friedrichstrasse präsentieren. Eine Entwicklung, die ursprünglich die HASPA an der Reeperbahn schon vor der Pandemie mit ihren Kunst-Schaufenstern eingeführt hatte.
Auch beim diesjährigen Sankt Paulus Tag am 29.6.2021 wird es eine Installation mit 16 Künstlern an einer Fassade am Hans Albers-Platz geben.

Deko oder Kunst?


Kunst auf St. Pauli war lange Zeit nur ein Feigenblatt oder diente der Dekoration. Sprayer verschönerten Bauzäune, machten Werbetafeln oder gestalteten Fassaden. Radikale politische Aussagen, die ein wesentlicher Teil dieser Kultur sind, tauchten im öffentlichen Raum kaum mehr auf. In den Cafes hingen niedliche Aquarelle passend zur feinen Einrichtung.
Lediglich bei Stickern an den Ampeln fanden sich Mini-Kunstwerke, die eine neue Optik, Tonalität und Sichtweisen versprachen.
Nicht, dass sich das ändern wird, aber dennoch gibt es einen neuen künstlerischen Geist und neuen Mut auf der Reeperbahn.

Eine neue Kunstmeile auf St. Pauli

So wird die Seilerstrasse gerade zu einer neuen Kunstmeile. Neben dem Platzhirsch Alesh One, dem ersten Sprayer im sozialistischen Prag, mit seiner Factory, dem Urban Art Space, hat eine neue Galerie aufgemacht, die auf zwei Etagen frische Kunst nach St. Pauli holt.
Mit einer unkonventionellen Vernissage eröffnete die Galerie B letzte Woche ihre Pforten. Musiker spielten auf einem Autodach und die Besucher durften nur einzeln in die Räume. Erfrischungen gab es nachbarschaftlich nebenan bei der Eisbar Luicellas.
Zu sehen gab es unter anderem die vergessene Tradition der Collage wie sie in den Neunzigern das St- Pauli Urgestein Fiete Frahm zelebrierte, riesige Streichhölzer mit verbrannten Babyköpfen und eine massive Frauenbüste mit Totenschädel.  
Heftig und Schön – wie Kunst eben sein muss.

Toll, wenn wieder eine Kunsttradition wie einst im „La Paloma“entsteht. Jener Kneipe, in der die heutige Elite des Kunstmarktes rund um Jörg Immendorf, Markus Lüpertz und Georg Baselitz ihre Sicht auf die Welt und das kleine St. Pauli präsentierte.