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St. Pauli muss sexy bleiben – Kiezmacher fordern Öffnung der Bordelle

Thomas Stutzki "Hooters" Reeperbahn

Thomas Stutzki "Hooters" Reeperbahn

Der Countdown läuft. Am Dienstag will der Senat beschließen, ob die Bordelle in Hamburg und auf dem Kiez wieder öffnen dürfen. Von Seiten der Betreiber sind die Vorraussetzungen geschaffen. Es gibt ein weitreichendes Hygienekonzept, für das selbst ein offizieller Amtsarzt der Stadt Hamburg seinen Segen gegeben hat. Doch die steigenden Fallzahlen in der Hansestadt sorgen für Unruhe. Sie könnten als Vorwand genommen werden, um das Berufsverbot zu verlängern. 
Und mit diesem hadern die Prostituierten schon länger. Denn ein wissenschaftliches Fundament, dass ein hygienischer Bordellbesuch ansteckender als jedes Familienfest ist, gibt es nicht. Zudem sind in viele anderen köperbetonten Berufen wie z.B. Massagen die Ausübung schon länger wieder erlaubt.

Eine Frage der Moral?


Viele Anbieter vermuten, dass es moralische Komponenten sind, die auf ein langfristiges Berufsverbot hinzielen wollen. Denn die Argumentation der ausgebeuteten Frau wird gerne wieder zitiert. Die Macher von Sexy Aufstand Reeperbahn, die jüngst mit zwei spektakulären Aktionen in der Herbertstrasse auf ihre Lage aufmerksam machten, haben dazu eine ganz klare Haltung. „Zwangsprostitution ist nicht erlaubt. Punkt. Und so lange man sich im geltende Recht bewegt, sind die moralischen Befindlichkeiten egal.“

Rolle rückwärts in die Illegalität ?

Und die Branche sieht noch andere Gefahren. Die jahrelange Aufbauarbeit einer durch das Prostituiertenschutzgesetz geregelten Praxis, könnte durch eine Verlängerung des Lockdowns dazu führen, dass das älteste Gewerbe sukzessive in die Illegalität abgleitet. Denn nach 6 Monaten ohne Einnahmen ist der Weg vorgezeichnet. Für die Betreiber das schlimmste Szenario, denn gerade die jüngere Generation der Bordellbetreiber will die Branche auf gesunde Füße stellen und die Dienstleitung der Zeit anpassen.

Die Huren erhalten im Viertel viel Zuspruch, denn das Rotlicht ist für viele eine Win-Win-Situation. So haben sich zahlreiche Laden-Betreiber, Touranbieter und Interessensvertreter in Videobotschaftenunter unter dem Hashtag #stpaulimusssexybleiben mit dem Milieu solidarisiert. Diese kann man jetzt sehen auf reeperbahn.de