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Weinberg 2.0. – Das sind die Stintfang Winzer

Hamburger Weinberg Foto: Bernd Stuettgen

Hamburger Weinberg Foto: Bernd Stuettgen

Er war immer ein Besuchermagnet, eine verblüffende Attraktion und er stand für die langjährige Tradition einer Städtepartnerschaft mit Stuttgart – der über lange Jahre nördlichste Weinberg in Hamburg.
Über Jahre bearbeiteten fünf „im Exil“ lebende Schwaben – die sogenannten Stintfang-Winzer –  die Reben, die vor über 30 Jahren vom Weinbaumeister Fritz Currle der Stadt Hamburg übergeben und gepflanzt wurden.
Nun nach dem Abschluss der Umbauarbeiten der Station Landungsbrücken und den Plänen für einen neuen Weinberg, müssen die Schwaben wieder ran.

Das sind die Stintfang-Winzer

„Also wenn das wirklich so ist,“, Medienfachmann Norman Sauer, einer der ehrenamtlichen Winzer, „dann holen wir die 99 Reben, die der Winzermeister Currle aus Stuttgart auch ein zweites Mal stiften würde, in die Hansestadt und bringen sie eigenhändig in den Boden. Das wird ein Fest. Der Fritz hat uns die Reben fest zugesagt!“

Auch bei den anderen vier Winzern ist die Begeisterung groß. Der Dienstälteste in der Gruppe ist Peter Kurz, der lange Jahre den Berg alleine kultivierte. „Ich habe dann oft mit Fritz Currle telefoniert und ihn alles über den Zustand des Berges mitgeteilt.“ Mittlerweile werden Handyfotos für die Analyse versendet. Schädlingsbefall, Beschnitt, Wachstum – alles wird dokumentiert. Und gibt es was zu tun, rücken die Winzer an. Blattarbeit, das Aufsprühen von Wasser mit Rapsöl oder Kaninchenschutz gehören zu den vielfältigen Aufgaben.
Fünfzehnmal muss man pro Saison „um die Rebe gehen.“

Auch Teil der Gruppe ist Rainer Hambacher. Der Versicherungsmakler aus Rissen liebt eher Wein als Bier. „Die frische Luft und die Arbeit halten einen bei guter Laune. Höhepunkt war immer die Lese mit der Bürgerschaftspräsidentin mit unzähligen Kameras und TV-Stationen. Toll, Teil so einer Hamburgensie zu sein.“

Kollege Ekkehart Opitz, der ein Museum auf St. Pauli betreibt, empfindet den Tag des Naturdenkmals der Loki Schmidt Stiftung als Jahres-Höhepunkt, denn „da kommen lauter Interessierte und stellen uns manchmal knifflige oder verblüffende Fragen.“

Bei so einer Vorstellung blieb der gebürtige Stuttgarter Karsten Lindenberg, der Jüngste im Team hängen.
„Ich freu mich riesig, dass es wieder los geht. Das Einsetzen der Reben wird ein neuer Meilenstein in meiner Wengerter- (tüb-schwäb.: Gog) Karriere.“

Die Hamburgensie hat Potential

Aber vielleicht ergeben sich ja noch neue Möglichkeiten direkt am Stintfang selbst, denn die neue Dachterrasse hält ja nun einige Besucher mehr aus. Getestet wurden Wein-Stände schon mal zum Sankt Paulus Tag 2017, wo die rührigen Winzer in ihrem „Stuttgarter Weindörfle“ für einen Tag schwäbische Weinspezialitäten ausschenkten.

Da die Fläche in der Länge geschrumpft ist, sollen die Reben nun auch noch den seitlichen Trakt des Geländes unterhalb der Jugendherberge umfassen und längs gehen.
Allerdings muss man sich bis zum ersten Wein noch vier Jahre gedulden. Zunächst muss der Berge präpariert und es muss eine Lösung für die Bewässerung gefunden werden. Und dann dauert es drei Jahre bis die ersten Trauben genießbar sind.

Ob der Wein schmeckt, schweigen sich die Winzer aus. Probiert haben sie aber.

Vier der fünf Winzer