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Reise-Entzug: Was hilft? Zwischen Erinnerungen und Vorfreude

Die schönsten Wellness-Destinationen dieser Welt erkunden – das ist ihr Job und zu reisen ihr Leben. Doch was macht das plötzliche zu Hause bleiben mit jemandem, der viel unterwegs war? Die Hoteltesterin Andrea Labonte erzählt, wie sie mit coronabedingtem Reise-Entzug umgeht und wie sie sich selbst im Home Office ferne Alltagsfluchten schafft.

Mit Phantasie gegen Reise-Sehnsucht

Ich betrachte den blauen Morgenhimmel, der von weißen Wolkentupfern durchzogen ist und träume mir das Meer genau unter diesen Himmel. Ich höre sogar die Brandung und die Wellen rauschen. Unendliches Blau und dazwischen die Sonne, die mir ihre strahlende Wärme auf die Haut legt. So ist das wach werden zu Hause gar nicht mal so übel. Fantasie ist das Zauberwort der Stunde. Tagträume der Schlüssel für unentdeckte Sehnsuchtsorte, die wir, wenn wir nur suchen, unzählig in uns finden. Zeit haben wir ja jetzt, sogar für Tagträume. Welch unerwarteter Luxus.

Die Welt ist nicht geschlossen, sie macht nur vorübergehend Pause

Das Schöne am Aufbruch in ferne Länder ist ja, dem Neuen, Unentdeckten auf der Spur zu sein. Etwas zum ersten Mal zu erleben. Da ist er, dieser Nervenkitzel, dieses Kribbeln im Bauch, das mich spätestens nach zwei Wochen in heimischen Gefilden, die Koffer wieder packen und zu neuen Ufern aufbrechen lässt. Rastlos, immer auf der Suche nach dem Kick, der da draußen auf mich wartet. Zugegeben, beim Gang zwischen Schreibtisch und Küche kicked mich auf den ersten Blick nur wenig. Wie ist es aber auf den zweiten? Die Welt ist nicht geschlossen, sie macht nur vorübergehend Pause. Nutzen wir diese Pause, um uns auf die Zeit zu freuen, da sich das Weltenkarussell wieder dreht und wir voller Lust aufspringen. So lässt unsere Abstinenz heute, unsere nächste Reise später nur noch intensiver erleben. Und bis dahin, sind wir dankbar für die vergangenen ersten Male, die wir bislang auf Mutter Erde erfahren durften.

Jetzt ist die Zeit, in Erinnerungen zu schwelgen

„Monde und Jahre vergehen, aber ein schöner Moment leuchtet das ganze Leben hindurch.“ Ich gebe es zu, ich bin empfänglich für solche, bisweilen kitschige Aphorismen, wie der von Grillparzer – vor allem in Zeiten in denen Menschen Klopapier statt neuer Abenteuer sammeln. Denn sie stimmen, jetzt mehr denn je. Nun ist es an der Zeit, vergangene Reisen vor dem inneren Auge Revue passieren zu lassen und sich stundenlang durch Fotoalben zu blättern. Und anstatt in Jammern und Klagen zu verfallen, sollten wir uns mit einem Augenzwinkern einfach die Vorteile dieser mentalen Reiseträume verdeutlichen. Sind sie doch viel günstiger, ökologischer und zeitsparender als richtige Reisen jemals sein werden.

Träumen Sie sich mit Ihrer Bucket List an ferne Orte

Allerdings soll das nicht heißen, dass wir uns nun gemütlich in unserer Komfortzone einrichten. Nein, treten wir telefonisch, per E-Mail oder Skype in Kontakt mit denen, die wir auf unseren Reisen kennengelernt haben und kramen in den Souvenirs, die wir in aller Herren Länder sammeln durften. Und mit etwas Glück, tauchen wir wieder ein und erhaschen das federleichte Gefühl, das uns damals beseelte. Oder wir begegnen dem Zauber dieser Welt im Kleinen, im eigenen Garten, auf Spaziergängen oder bei Aktivitäten, die wir noch nie ausprobiert haben. Selbst zu Hause kann es berauschende erste Male geben, bei neu entdeckten Pfaden oder flüchtigen Begegnungen auf langen Spaziergängen. Wenn Ihnen der Nachbar, den Sie kaum kannten, plötzlich verschwörerisch zuzwinkert oder Sie ein Buch über eine Destination lesen, die Sie vollkommen in ihren Bann zieht. Auch wildes Tanzen in der Küche auf einen noch nie gehörten Song wirkt beschwingend. Wäre jetzt nicht der richtige Zeitpunkt, um sich endlich einmal mit seinen Träumen und Wünschen auseinanderzusetzen? Wie wäre es mit einer Bucket List mit den Orten, die Sie immer schon auf der Welt sehen wollten?

Vorfreude ist bekanntlich die schönste Freude

Und auch die Wellnesshotels beweisen dieser Tage viel Kreativität, unsere Vorfreude auf den nächsten Trip ins Unermessliche zu steigern. Via Facebook und Instagram beliefern sie uns frei Haus mit den spektakulärsten Sonnenuntergängen im Indischen Ozean, motivieren uns durch ihre Fitness-Trainer zu Höchstleistungen – diesmal eben nicht auf dem Berg, sondern auf der heimischen Yoga-Matte und versorgen uns mit Profi-Tipps, wie wir uns auch in heimischen Gefilden, eine Schönheitsmaske ganz einfach selbst zaubern können. Sie erinnern uns mit kurzen Videos daran, dass die Natur, die die meisten Spa Hotels umgibt, immer noch atemberaubend ist. Und auch die Vorstellung von Kochrezepten, die sich zu Hause einfach nachkochen lassen, bringen Abwechslung in den kulinarischen Quarantäne-Alltag und wecken schon beim ersten Bissen Erinnerungen an den letzten Urlaub. So werden unsere Sinne sensibilisiert und unsere Sehnsucht nach der großen weiten Welt auf ganz unkonventionelle Weise, auch ohne Flugticket, erfüllt. Und falls das alles nichts hilft, träumen Sie sich doch einfach mit Roadmovies ins nächste Ferienparadies. Jetzt ist die Zeit, Inspirationen zu sammeln, denn die nächste Reise kommt bestimmt. Eine Reise, die wie früher, unser Herz öffnet, unseren Geist weitet und unser Leben mit Geschichten füllt. Die Welt ist nicht ausverkauft, wie mancherorts das Mehl oder die Nudeln. Sie wartet da draußen auf uns und wird nach der Krise schöner sein als je zuvor.

Autorenprofil:

Andrea Labonte hat einen außergewöhnlichen Beruf, um den sie viele beneiden: Sie ist seit über 14 Jahren als Hoteltesterin für den Wellnesshotel Guide Wellness Heaven unterwegs. Über ihre Spa-Erlebnisse, außergewöhnliche Destinationen und die skurrilsten Begebenheiten aus ihrem Berufsalltag schreibt sie regelmäßig in ihrer Kolumne „Aus dem Leben einer Hoteltesterin“. Mit über 300 getesteten Wellnesshotels besitzt Andrea Labonte eine breite Vergleichsbasis und weiß, worauf es dem anspruchsvollen Reisenden ankommt. Ihr beruflicher Hintergrund: sie ist internationale Diplom-Betriebswirtin mit Doppeldiplom. Ihre Studien absolvierte sie an der Fachhochschule Mainz und an der Ecole Supérieure du Commerce Extérieur in Paris.