Aktuelle Nachrichten aus Hamburg, der Welt, zum HSV und der Welt der Promis.
Dieser Inhalt wird Ihnen bereitgestellt von

„The place to be“ nach dem Lockdown

10 Dinge, die wir nach dem Lockdown an Wellnesshotels lieben

Seit dem Lockdown fühle ich mich wie ein eremitischer Jongleur. Ein Jongleur, der mittlerweile sogar ganz gut darin ist, sechs oder gar sieben Bälle gleichzeitig in der Luft tanzen zu lassen, mal mit mehr, mal mit weniger Anmut und Grazie. Aber in der Isolation sind Anmut und Grazie ja zum Glück nicht die Tugenden der Stunde. Um glücklich auf der zweiten Pandemie-Welle zu surfen, sind wohl eher Geduld und Zuversicht gefragt. In beidem übe ich mich gerade. Und dabei überlege ich, wofür ich nach den Monaten des menschenscheuen Rückzugs alles stehen und liegen lassen und wie ein Weltrekord-Sprinter losrennen werde? Richtig: für die lang ersehnte Spa-Auszeit! Denn durch sie scheine ich gleich zehn Fliegen mit einer Klappe zu schlagen. So lassen sich im Wellness-Tempel all die Sehnsüchte, die ich im häuslichen Untergrund so fein kultivierte, auf einen Schlag befriedigen:

1. Hit the road Jack!

Soll ich vor dem Badbesuch noch einen Abstecher zur Kaffeemaschine machen oder doch lieber erst der Waschmaschine guten Morgen sagen und sie mit dreckiger Buntwäsche füttern, um ihr dann liebevoll über den speckigen Bauch zu streicheln? Sachte, sachte, man soll ja nichts überstürzen. Denn auch dieser Tag wird sich, wie ein Gas unter Wärmezufuhr, in die Länge ziehen. Daher entscheide ich mich zunächst dafür, meinen Nacht- gegen meinen Tag-Pyjama zu tauschen. In der Ruhe liegt schließlich die Kraft. Aber damit ist plötzlich Schluss. Denn wenn dem Lockdown endlich die Puste ausgeht und Reisen wieder unbedenklich sind, bin ich die erste, die mit gepackten Koffern zum Auto rennt und mit Formel 1 Geschwindigkeit gen Wellnesshotel düst. Und zwar nicht im Pyjama! Dabei werde ich die Musik aufdrehen, lauthals mitsingen und meinem sonnenbeschienen Glück entgegenfahren. Auch der direkte Weg zum Flughafen wäre nicht ganz abwegig, sobald die bunte Ferne wieder winkt. Dabei wird der Weg mein Ziel sein. Adipositas und Thromboserisiko ade. Endlich muss ich nicht mehr bei Nieselregen durch die matschige Pampa waten, um etwas Auslauf zu bekommen. Die Welt ist wieder offen und mit ihr das luftig-leichte Gefühl, unterwegs zu sein. Und ich verspreche mir, neue Landschaften, die während meiner Reise an mir vorbeirauschen, mit Ehrfurcht zu würdigen. Und selbst mit dem transpirierenden Sitznachbarn im Flugzeug werde ich ein wohlwollendes Gespräch beginnen. Auch wenn er mir mit seinem Arm auf meiner Sitzlehne bedrohlich nahekommt. Schluss mit Misanthropie! Nach dem Lockdown wird mit Fremden geschäkert und gelacht, auch wenn ihr Deo versagt hat.

2. Schlemmen bis zum Get no  

Wenn mich der Shutdown endlich wieder an die Erdoberfläche spuckt, laufe ich Gefahr, eine gewisse Ähnlichkeit mit einer Bandnudel zu besitzen. Denn entgegen landläufiger Meinung, lehrte mich die Pandemie, dass man tatsächlich jeden Tag Pasta essen kann. Zugegeben, eine etwas trübe Erkenntnis, die auf meine mangelnde Koch-Euphorie zurückzuführen ist. Und so werde ich gleich nach dem Check-In im Wellnesshotel an einem nicht enden wollenden Buffet in gastronomischer Vielfalt baden. Nach der kulinarischen Monotonie der Corona-Zeit hat Frau sich das mehr als verdient!

3. Bussi, Bussi Baby!

Beschwipste Skype-Treffen mit der besten Freundin werden für mich nach dem Lockdown Geschichte sein. Endlich kann ich meinen taktilen Bedürfnissen wieder frönen und meiner besten Freundin einen dicken Kuss auf die Wange drücken. Und zwar während wir uns im Spa verwöhnen lassen oder nachdem wir beim gemeinsamen Abendessen darauf angestoßen haben, dass wir uns nun wahrhaftig gegenübersitzen.

4. „Ich hab‘ die Haare schön!“

Unglücklicherweise scheren sich meine Haare nicht um Friseur-Schließungen. Doch wenn der Corona-Spuk vorbei ist, dann ist Schluss mit Kraut und Rüben auf meinem Kopf. Und auch meine Kinder müssen nicht mehr vor Mutter mit den Scherenhänden bangen. Dabei hoffe ich, dass es dem Friseur gelingt, die haartechnische Schieflage in die unser Nachwuchs durch mein Versagen geraten ist, zu beseitigen. Memo an mich selbst: Das von mir ausgesuchte Wellnesshotel sollte unbedingt einen Friseur haben.

5. Badewanne ade

Ach ja, und es sollte mindestens einen Pool besitzen. Denn der Lockdown gab mir eine weitere Einsicht mit auf den Weg: Schwimmen in der Badewanne ist unmöglich, egal wie man es anstellt. Da hilft auch keine Kuschel-Musik oder ein Heer leuchtender Kerzen. Schade, denn es gibt nichts Besseres als sich den Kopf frei zu schwimmen. Sollte also die Zeit der biedermännischen Abschirmung irgendwann vorbei sein, werde ich mit einem formvollendeten Köpper die glatte Oberfläche eines Pools durchbrechen und genüsslich zwanzig Bahnen schwimmen. Und das Beste: Dabei werde ich kein einziges Mal das Wort „Mama“ im Ohr haben.

6. Die Freiheit lockt

Denn meine Kinder werden während meines ausgiebigen Schwimmbadbesuches freudestrahlend Hängebauchschweine füttern, Ponys striegeln, Hasen streicheln, basteln, puzzlen – whatever! Sie werden auf jeden Fall nach Monaten der Intensivbetreuung durch mich auch ein Stündchen ohne ihren fürsorglichen Schatten klarkommen. Zweites Memo an mich selbst: Noch wichtiger als ein Friseur wäre, dass das Wellnesshotel mit einem Kinderclub punktet.

7. Her mit den Streicheleinheiten!

Und vielleicht werden es sogar zwei Stündchen, die nur für mich reserviert sind. Denn etwas Erholung habe ich mir als viel beschäftigter Jongleur verdient. O.k., als Köchin und Friseurin habe ich versagt. Aber als Lehrerin und Animateurin lief das Ganze doch recht rund. Auch wenn ich es heute noch kaum glauben mag, aber irgendwann wird da wieder jemand sein, der sich ausschließlich um mein Wohlbefinden kümmert. Schon allein beim Gedanken an eine professionelle Rückenmassage fange ich selig an zu lächeln.

8. Fitness ohne Frostbeulen

Wer einmal bei eisigem Ostwind und Schneesturm mit Eiszapfen im Gesicht durch die triste Winterlandschaft gejoggt ist, sehnt sich unweigerlich nach der kuscheligen Nestwärme eines Fitness-Studios. Auch könnte ich  mir Schöneres vorstellen, als mich nach dem arktischen Run wieder als Multitasker in die monotone Isolation zu stürzen – zum Beispiel einen Saunagang! Ehrlich, ich freu‘ mich wie Bolle, weniger auf das Training im Hotel-Gym, als auf die anschließende Entspannung im Dampfbad und Co. Und bis es soweit ist, nutze ich den Lockdown als General-Ausrede zum sportlichen Nichtstun.

9. Schluss mit Schaufenster-Shopping

Whatsapp-Gruppen-Bazare und virtuelle Flohmärkte sind schön und gut. Aber irgendwann hat man die Nase voll von ausgelatschten Winterboots, die zu Spottpreisen via Handy feilgeboten werden. Auch Online-Shopping macht, nach mehr als einem Pandemie-Jahr, nur noch begrenzt Spaß. Genau wie das, zwar für den Geldbeutel sehr vorteilhafte Schaufenster-Shoppen. Wie schön, dass das Gros der Wellnesshotels über kleine Boutiquen verfügt, in denen ich hoffentlich bald wieder stöbern kann.

10. Einer geht noch!

„Einer geht noch!“ Wann habe ich das zuletzt in einer Kneipe gesagt? Beim nächsten Wellnessurlaub werde ich es an der Hotelbar krachen lassen. Selbst auf die Gefahr hin, dass ich nur mit rüstigen Rentnern anstoße. Auch wildes Tanzen würde ich anschließend nicht ausschließen. Die wieder gewonnene Freiheit muss gefeiert werden, wenn es hoffentlich bald wieder heißt: „Shake it, Baby“!

Autorenprofil:

Andrea Labonte hat einen außergewöhnlichen Beruf, um den sie viele beneiden: Sie ist seit über 14 Jahren als Hoteltesterin für den Wellnesshotel Guide Wellness Heaven unterwegs. Über ihre Spa-Erlebnisse, außergewöhnliche Destinationen und die skurrilsten Begebenheiten aus ihrem Berufsalltag schreibt sie regelmäßig in ihrer Kolumne „Aus dem Leben einer Hoteltesterin“. Mit über 300 getesteten Wellnesshotels besitzt Andrea Labonte eine breite Vergleichsbasis und weiß, worauf es dem anspruchsvollen Reisenden ankommt. Ihr beruflicher Hintergrund: sie ist internationale Diplom-Betriebswirtin mit Doppeldiplom. Ihre Studien absolvierte sie an der Fachhochschule Mainz und an der Ecole Supérieure du Commerce Extérieur in Paris.